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- - Wie sexuell ist kindliche Sexualität?
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Fortbildung 2007
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- Kinder suchen mit allen Sinnen nach maximalem Lustgewinn.
- Kindliche Sexualität ist spontan, neugierig und unbefangen.
- Kindliche Sexualäußerungen ergeben sich aus der Situation, können du=
rch
Impulse in andere Bahnen gelenkt werden, unter Beteiligung von Körpe=
r,
Geist und Seele.
- Kinder trennen nicht zwischen Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und genital=
er
Sexualität, bewerten die verschiedenen Genussmöglichkeiten nicht, nutzen alle Gelegenheiten, um sc=
höne
Gefühle zu bekommen, sich wohl und geborgen zu fühlen, Erregung zu
spüren oder Möglichkeiten zur Erregungsabfuhr zu erhalten, ihren Kör=
per
kennen zu lernen und sich der eigenen Geschlechtsidentität zu
vergewissern.
- Kindliche Lustsuche ist also egozentrisch. Wenn ein kleines Kind
schmust, tut es das, weil es ihm gefällt, nicht weil es seine Liebe =
zu
der zärtlichen Person ausdrücken möchte.
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- Erwachsenen halten viele sexuelle Wünsche und Gefühle zurück.
- Sie erleben sich häufig ge- und befangen in Verhaltensvorschriften.<=
/li>
- Sie sind eher genital orientiert und ihre breite sinnliche
Ansprechbarkeit ist tendenziell verkümmert.
- Erwachsene, insbesondere Männer sind ausgerichtet auf größtmögliche
Erregung und Orgasmus.
- Erwachsene Lustsuche ist meist beziehungsorientiert. Suche nach Nähe=
und
Zärtlichkeit ist Ausdruck eines Beziehungswunsches.
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- Es wird als Zeichen gesunder Entwicklung angesehen, wenn Kinder ihre
Umwelt neugierig erkunden, Dinge berühren, greifen, in den Mund stec=
ken.
- Zur Erkundung gehört auch, sich selbst kennen zu lernen: Wo bin ich
empfindlich, wie viel Kraft habe ich, wie laut kann ich schreien, wo
habe ich welche Körperöffnungen, wie reagieren meine Genitalien auf
welche Berührungen?
- Dies herauszufinden ist ebenso spannend, wie ein Auto auseinander zu
nehmen oder einen Käfer zu beobachten.
- Aber für viele Erwachsene erscheint sexuelles Explorationsverhalten
verunsichernder, so dass es weniger Förderung erfährt, als andere
kindliche Lernbestrebungen.
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- Geschieht durch Selbst- und Fremduntersuchung (Doktorspiele).
- Kinder wollen herausfinden, wie Andere des gleichen bzw. des anderen
Geschlechts aussehen.
- Kein Verhalten spricht für sich für den Verdacht von erlebten sexuel=
len
Übergriffen.
- Wenn Kinder ein anderes beim Pinkeln beobachten, dient dies der Klär=
ung
von Fragen, befriedigt die Neugier.
- Verbote in diesem Zusammenhang legen dem Kind nahe, dass es in Sachen
Körper und Sexualität nicht offen wissbegierig sein darf.
- Dies kann die Fähigkeit zu einem unbekümmerten Umgang mit dem eigenen
Körper und dem des Partners/ der Partnerin als erwachsener Mensch
beeinträchtigen.
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- Sinneseindrücke sollen gefördert, alle Sinnesorgane einbezogen werde=
n.
- Kinder sollen ein Gefühl bekommen, sinnlich ansprechbar zu sein im
Hören, Sehen, Schmecken, Riechen, Tasten und Fühlen
- Aus dem Gefühl folgt mehr Ausgeglichenheit und Fähigkeit, sich breit
gefächert anregen zu lassen, statt Befriedigung nur durch genitale
Stimulation zu suchen.
- Genitale Genussfähigkeit gehört auch zum kindlichen Erleben.
- Kindliche Selbstbefriedigung erfährt heutzutage mehr Akzeptanz,
- aber wenn ein Mädchen häufig und heftig masturbiert, kommt häufiger=
der
Verdacht einer ungesunden Entwicklung.
- Erwachsene interpretieren kindliche Selbststimulation oft nicht als
Ausdruck der Fähigkeit, autonom über den Körper zu verfügen und dies=
en
auszukosten.
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- Zur Identitätsentwicklung b=
edarf
es der Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht=
.
- Im Alter von zwei Jahren stellt das Kind Fragen zu
Geschlechtsunterschieden;
- mit vier bis fünf Jahren verstärkt sich das Bedürfnis nach Klärung.=
- Kinder ahmen nach und üben Verhaltensmöglichkeiten ein.
- Imitieren sie den Geschlechtsverkehr, ist Aufregung nicht angebracht,
wenn alle Beteiligten zustimmen.
- Kinder wollen keine erwachsene Sexualität praktizieren, diese aber
imitieren. Ihre Begehren und Lustgefühle sind nicht denen von
Erwachsenen vergleichbar, sondern spielerische Neugier, wie
Geschlechtsverkehr wohl funktioniert. Es ist ein Ausprobieren von
Erwachsenen-Rollen.
- Kinder messen dem nur dann eine höhere Bedeutung zu, wenn Erwachsene=
die
Bedeutungsaufladung vornehmen - sei es durch viel Kontrolle, Verbote
oder Beschämung.
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- Kinder versuchen Sexualität auch über Sprache zu erfassen und im
Gespräch mit Anderen ihr Verständnis zu überprüfen.
- Sie erhalten verschiedene verbale und seelisch-nonverbale Reaktionen=
.
- Diese Reaktionen können bereits im vorsprachlichen Körpergedächtnis
abgelegt werden – mit Auswirkungen auf die erwachsene Sexualität.
- Erwachsene sollten Wörter finden, die
lustvoll sind.
- Sexuelle Begriffe sind aber oft von subjektiven Ängsten und Abneigun=
gen
geprägt.
- Kinder benutzen Sexualbegriffe manchmal provozierend. Es empfiehlt s=
ich,
zu erklären, welche Empfindungen derartige Ausdrücke auslösen.
- Es gibt Kinder, die Tabuverletzung als Reiz erleben, weil sie dadurch
die Überlegenheit der Erwachsenen außer Kraft setzen können.
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- Kinder brauchen von Erwachsenen eine professionelle
Handlungsbereitschaft, die folgende Aspekte umfasst:
- Liebevoller, zärtlicher,
Geborgenheit spendender Körperkontakt mit dem Kind, solange es dies=
en
braucht, unabhängig vom Geschlecht
- Akzeptanz von Neugierverhalten und Wissbegierde
- Offensive Unterstützung von Lernbedürfnissen mit einer die Sinne
anregende Umgebung, in der Antworten auf Fragen gegeben werden
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- Folgende Ziele sollten angestrebt werden:
- Annahme des eigenes Körpers, der sexuellen Bedürfnisse und Gefühle,=
des
Geschlechts,
- Reflexion und Korrektur von unbewusst oder bewusst aufgenommenen,
negativen Informationen und Bildern über Sexualität bzw. Abbau von
Mythen, die die eigenen Verhaltensmöglichkeiten einschränken
- Ergänzung und Korrektur von moralischen Bewertungen sexueller
Bedürfnissen, Äußerungsformen und Rollenvorstellungen
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- In der pädagogischen Ausbildung wird wenig Anregung für einen
kompetenten Umgang mit sexualpädagogischen Anforderungen gegeben
- Insbesondere eine multikulturelle Gruppe, sexualänsgtliche Eltern od=
er
Umgebung, eine fehlende sexualpädagogische Konzeption führt dann lei=
cht
zur Überforderung
- Die Folge ist ein ängstlich-unsicherer Umgang mit Weggucken oder
Verbieten.
- Oft lösen sich diese Probleme durch ein offensives Angehen des Thema=
s in
Fortbildungen und Trainings auf.
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