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- … besteht für das Opfer aus
- überflutender Angst (Schock, Kollaps, Kurzschluss mit Todesnäheerleb=
en),
- Ausgeliefertsein (nicht entfliehen können)
- Hilflosigkeit und Ohnmacht (nicht dagegen ankämpfen können)
- Die Reaktionsmöglichkeiten auf Angst – Kampf oder Flucht – sind
blockiert
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- Psychischen Schutz- und Anpassungsmöglichkeiten oder gelernte
Einschätzungen und Einordnungsmöglichkeiten können nicht mobilisiert
werden
- Hoher Stresspegel führt zur "Lähmung" des Denkens, Fühlens=
und
Handelns, zum "Zerreißen" der Wahrnehmung
- Wahrnehmungsveränderungen, die weniger spüren und leiden lassen
(Leichtigkeit, Schmerz- und Furchtlosigkeit, geradezu
"glückseliger" Erlebnisqualitäten in unmittelbarer Todesnä=
he
durch Endorphinwirkung)
- Entfremdungserleben der Umgebung (Derealisation), der eigenen Person
(Depersonalisation), "erlösende" Ohnmacht bis zum
Fragmentieren aller Sinneseindrücke
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- Katastrophen
- Kriegserlebnissen
- Unfällen
- Geiselhaft
- Gewalterfahrungen
- Sexueller Missbrauch etc.
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- Was würde passieren, wenn Oliver Kahn beim Elfmeter nachdenken würde=
?
- Menschen haben hochkomplizierte Reflexe, die ohne bewusstes Denken
funktionieren
- Unsere Fähigkeit mit Reflexen zu reagieren und die Speicherung des damit verbundenen
Erlebens in einem Teil unseres Gehirns haben Auswirkungen auf unser
Erleben in Gefahrensituationen
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- Reaktionsbereitschaft bei Gefahr, die nicht auf die „langsame“ Leist=
ung
des Großhirns zurückgreifen muss: Flucht oder Angriff. Der Mensch ka=
nn
hierdurch mit erheblichen Belastungen zurechtzukommen und in Gefahr
schnell reagieren
- Wenn diese Reaktion nicht möglich ist, kommt es zur „freeze-Reaktion“
- Das Großhirn bekommt von der Gefahrensituation nur wenig mit, hat ka=
um
Einfluss auf das Geschehen, kann kaum etwas davon speichern es nicht
„verwörtern“
- Ein Traumatisierter kann kaum Schuld auf sich laden
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- Erfahrungen werden vor allem in den impliziten Gedächtnissen gespeic=
hert
- Die impliziten Gedächtnisse suchen fieberhaft nach einem Ausweg und
nehmen alle Informationen auf, die sie bekommen können
- Informationen werden von ihnen in roher Form verarbeitet und gespeic=
hert
- Bruchstücke unseres Erlebens bleiben in der Amaygdala stecken.
Alarmierung hält an.
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- Informationen über das Trauma werden nicht an das explizite Gedächtn=
is
weiter geleitet
- Hyperarousel (Alarmbereitschaft) bleibt bestehen
- Implizite Gedächtnisse geben Informationen aber nur selektiv preis
(Gerüche, Bilder, „Stummfilme“)
- Fehlinterpretationen entstehen durch die nachträgliche Sinngebung du=
rch
das Großhirn
- Aber bezüglich des traumatisierenden Erlebnisses stellt sich die Amn=
esie
nach dem Ende des Flashback-Zustandes wieder ein
- Beim Flashback laufen die gleichen Vorgänge wie beim Trauma ab: Es k=
ommt
zu keiner Bewertung durch das Großhirn
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- Symptomatik hängt ab von der Form der Belastung,
- wie lange die traumatisierende Situation zurückliegt,
- wie ein Mensch sie verarbeiten konnte
- Man unterscheidet:
- Akute Belastungsreaktion bei frischer Traumatisierung
- lang anhaltende Reaktionen (Posttraumatische Belastungsreaktion mit
unterschiedlichen Schweregraden (PTSD) und Anpassungsstörung)
- Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung
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- Frische Traumatisierung
- Benommenheit (Betäubung oder Schock im alltagssprachlichen Sinne),=
li>
- Unruhe, Angst, Fluchttendenz, vegetativen Symptome wie Herzjagen und
Schwitzen.
- Geht oft schon nach Minuten zurück und klingt im allgemeinen in eini=
gen
Stunden oder Tagen ab.
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- Tritt ein, wenn die Bewältigung der extremen Situation misslingt
- Zu den genannten Symptomen kommen noch Angst, emotionale Einengung,
Teilnahmslosigkeit, bedrückte Stimmung, Schlafstörung hinzu
- Angstbesetzte Situation bleibt lange in Erinnerung (Re-Inszenierung,
Flashback), taucht in Träumen auf
- Alkohol- oder Tablettenmissbrauch im Sinne eines
Selbstbehandlungsversuches
- Symptomatik tritt oft mit einer
Latenzzeit von einigen Tagen bis zu Wochen ein bzw. stärker
hervor, nimmt einen wechselhaften Verlauf. Im Extremfall bleibt sie =
sehr
lange oder auch zeitlebens bestehen
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- Belastung ist mit einer einschneidenden Veränderungen der
Lebensverhältnisse verbunden
- Anpassung an die neue Situation gelingt nicht
- Symptome: Depressivität und Angst, Gefühl von Unzulänglichkeit,
Unsicherheit und Unfähigkeit, eingeschränkte Lebenstüchtigkeit im Al=
ltag
- Bei Kindern kann Regression eintreten: Enuresis und kleinkindliches Verhalten
- Bei Jugendlichen kann es zu
dissozialen Störungen kommen
- Prototyp ist die pathologische Trauerreaktion
- Das Krankheitsbild wurde früher als reaktive Depression bezeichnet=
li>
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- Bei einer anhaltenden extremen Belastung besteht die Gefahr einer
andauernden Persönlichkeitsänderung
- Symptome: chronische Angst, mit depressiver Verstimmung, Leistungsab=
fall
und psychosomatischen Beschwerden (Somatisierungsstörungen)
- Angsterfüllte Erinnerungen an die Situationen, die ständig im
Bewusstsein bleiben und in Angstträumen wieder durchbrechen
- Als Überlebender eines Ereignisses, bei dem andere Menschen zu Schad=
en
kamen, kommt u.U. das Schuldgefühl des "unverdient
Überlebenden" hinzu
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- Sichere Situation schaffen, Gefahr beenden
- Unterstützung anbieten
- Präsent sein
- Auf keinen Fall zum Erzählen zu drängen
- Oberstes Gebot ist der Respekt vor dem anderen: vorübergehenden Rückzug und
Dissoziation akzeptieren
- Falsche „Volksweisheit“: ein traumatisierter Mensch muss ein Erlebnis
noch einmal wiederholen, damit sich sein Trauma auflöst. Wiederholung
führt zu einer Verschlimmerung von Beschwerden
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- Sichere Umgebung schaffen, Gefahr beenden
- Kompetenz signalisieren, Symptome erklären
- Vertrautes anbieten
- Im Kontakt, präsent bleiben
- Raum für Gefühle lassen
- Verdrängung akzeptieren
- Geschwindigkeit des Betroffenen akzeptieren
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- Im Augenblick des traumatischen Ereignisses sicherlich
- Es geht erst einmal darum, die Situation zu überstehen / zu überlebe=
n
- Verdrängen ist eine akzeptable Bewältigungsstrategie, solange die Pe=
rson
Zeit braucht, um wieder in eine Situation zu gelangen, in der sie
körperlich und psychologisch in Sicherheit ist, bzw. sich sicher füh=
lt
- Längerfristige Verdrängung kann aber psychische Fehlentwicklungen und
Störungen zur Folge haben.
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- Bewusst erinnern, bis das Erlebte keine Belastung mehr darstellt
- Geschehenes in eine erzählbare Geschichte umwandeln
- Neue affektive Überschwemmung =3D Re-Traumatisierung
- Immer erst Ressourcen aufbauen
- Traumatherapie =3D systematische Bearbeitung
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- Ob es zu einer PTSD kommt, hängt von der Verwundbarkeit (Vulnerabili=
tät)
des Betroffenen zum Zeitpunkt der Traumatisierung ab
- Diese ist abhängig sind von der Struktur der Persönlichkeit, von der
individuellen Vorgeschichte, vom Alter, von der sozialen Einbettung =
und
natürlich vom Ausmaß der Traumatisierung
- Die Diagnose einer PTSD ist erschwert, weil oft der Zusammenhang zu =
dem
traumatischen Ereignis nicht herstellbar ist =3D Amnesie
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- Ein kleines Kind, welches in seiner Ich-Struktur noch besonders
verletzlich ist, kann im Falle eines jahrelangen sexuellen Missbrauc=
hs
Schäden katastrophalen Ausmaßes entwickeln
- Sein psychisches Überleben sichert das Kind durch Dissoziation: inneres Entkommen aus der Situat=
ion
durch Identitätsspaltung (Dissoziative Identitätsspaltung, DIS)
- Eventuell verschiedene Innenpersonen (Multiple Persönlichkeiten) mit=
so
genannter Alltagspersönlichkeit (Host)
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- Innere Zerrissenheit führt zu
Somatisierung, Selbstbezichtigung, Betäubung durch Süchte ode=
r zu
sadistisch-quälenden Persönlichkeitsanteilen, die gegen sich selbst (selbstverletz=
endes
Verhalten) oder gegen andere gerichtet werden
- Sexualstraftäter waren oftmals in ihrer Kindheit sexuellen Übergriff=
en
ausgeliefert
- Selbstverletzendes Verhalten kann als Wiederholung im Sinne von
Selbstbestrafung durch internalisierte Täteranteile verstanden werden
oder als Stressbewältigung, wenn „Gefühlsqualitäten des Grauens“ das=
ICH
zu überschwemmen drohen (Reduktion auf fassbaren Schmerz)
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- Trigger sind Auslösereize f=
ür
traumatische Reaktionen.
- In akuten, traumatisierenden Situationen scheint das Trauma
gewissermaßen für immer im menschlichen Gehirn „ eingefroren“ zu wer=
den,
selbst dann, wenn der Betroffene sich durch Amnesie an den eigentlic=
hen
Unfall gar nicht erinnern kann.
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- Rahmen herstellen, in dem sich der Mensch sicher fühlt
- Ressourcen aufbauen und stärken
- Der Betroffene entscheidet, ob er bereit ist, eine Verschlechterung
seiner Befindlichkeit und psychische Belastung in Kauf zu nehmen, um=
das
Trauma zu verarbeiten
- Ein Trauma löst sich auf, wenn ein Mensch sich an das Geschehene bew=
usst
erinnern kann, ohne dass es für ihn eine Belastung darstellt
- Das Trauma wird nicht verarbeitet, wenn Gefühle den Menschen erneut
überschwemmen à
Re-Traumatisierung verstärkt die Symptomatik
- Meist muss die Traumaarbeit systematisch durchgeführt werden à Traumatherapie.<=
/li>
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- Das Erlebte ist im Sprachzentrum nicht verfügbar à Bedeutung für Therapie
- Phasen:
- Ressourcen aufbauen
- Traumaarbeit
- Neuorientierung
- Re-Traumatisierung vermeiden durch imaginative Distanzierungstechnik=
en
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- Therapieform, die die Dissoziation überwinden hilft
- Mittels oszillierender wechselseitiger Stimulation (Wedeln) wird die
Interaktion zwischen Hirnteilen und damit zwischen dissoziierten
Inhalten angeregt
- Die so angeregte Erinnerung in einer sicheren Situation hilft
Assoziationen stiften und die Erinnerung zu vervollständigen, so dass
aus dem traumatisierenden Ereignis eine erträgliche Erfahrung wird=
li>
- Wichtig ist, dass es beim Erinnerungsprozess nicht zu einer
Re-Traumatisierung kommt
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